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Modulare Wiederverwendungsarchitektur

Die modulare Wiederverwendung im Unternehmen ist ein Ansatz für die Softwareentwicklung, bei dem Anwendungen mit standardisierten, wiederverwendbaren Komponenten erstellt werden. Statt von Grund auf neu zu beginnen, stellen Entwickler vorgefertigte, getestete Module zusammen, um die Entwicklung zu verkürzen und eine unternehmensweite Einheitlichkeit zu gewährleisten.

Die modulare Wiederverwendung im Unternehmen kommt jeder Phase der Anwendungsentwicklung zugute:

  • Design: verkürzt die Planungszeit mit fertigen Komponenten.
  • Entwicklung: beschleunigt den Aufbau und minimiert den Programmieraufwand.
  • Testen: begrenzt Fehler und den Testumfang durch vorgetestete Module.
  • Bereitstellung: vereinfacht die Implementierung dank standardisierter Komponenten.
  • Wartung: ermöglicht automatische Updates über alle Anwendungen hinweg, die gemeinsame Module verwenden.

Um ein erfolgreiches Wiederverwendungsprogramm aufzubauen, befolgen Sie diese fünf Grundprinzipien:

  • Interoperabel: Verwenden Sie einheitliche Bausteine über Anwendungen und Authoring-Umgebungen hinweg.
  • Aktualisierbar: Aktualisieren Sie einzelne Komponenten, ohne die gesamte Anwendungen anzurühren.
  • Konfigurierbar: Passen Sie das Verhalten an, ohne die Business-Logik neu zu programmieren.
  • Modular: Vermeiden Sie große, monolithische Ebenen, die schwer zu warten sind.
  • Regelkonform: Legen Sie die Governance fest (z. B. mit dem Pega Center of Excellence), um wiederverwendbare Assets zu verwalten, weiterzuentwickeln und die Qualität sicherzustellen.

Situational Layer Cake™

Die Struktur des Pega Situational Layer Cake™ ist ein grundlegendes architektonisches Modell, das die modulare Wiederverwendung im Unternehmen von Hause aus unterstützt. Sehen Sie sich das folgende Video an, um mehr über die Struktur des Situational Layer Cake zu erfahren:

Videotranskript:

Hallo! Ich bin Don Sherman, CTO von Pega CTO. Wenn Sie schon oft mit uns zu tun gehabt haben, haben Sie wahrscheinlich schon vom Situational Layer Cake gehört. Nein, Pega versucht nicht, in das Backwaren-Geschäft einzusteigen. Und ja, der Name mag witzig klingen, bringt aber die patentierte Architektur gut auf den Punkt, die absolut entscheidend dafür ist, wie Sie Ihre digitale Transformation und die Modernisierung von Altsystemen angehen. Das Ziel des Layer Cake ist es, dass Sie zwei häufig konkurrierende Kräfte in Unternehmen gut in Einklang bringen können.

Zuerst ist es der Wunsch nach Wiederverwendbarkeit, um Skaleneffekte und Einheitlichkeit zu erreichen. Andererseits müssen Sie geschäftlich notwendige Variationen ermöglichen. Manchmal verkaufen Sie unterschiedliche Produkte. Sie möchten wettbewerbsfähig sein. Manchmal operieren Sie in verschiedenen Regionen. Sie müssen die Anforderungen an die regulatorische Compliance in diesen Regionen einhalten. Mit dem Layer Cake können Sie dies auf eine Weise in Einklang bringen, die herkömmliche Ansätze nicht bieten. Zu oft versuchen Sie entweder, alles in einer einzigen Anwendung unterzubringen – und enden mit Code, bei dem keiner mehr durchblickt, und vielen nötigen „if-then-else“-Anweisungen, um Variationen zu regeln. Oder Sie stellen für jede Variation eine eigene App bereit und haben dann 50 bis 100 verschiedenen Apps für mehr oder weniger die gleichen Aufgaben.

Der Layer Cake ist ein Ansatz, mit dem sich das vermeiden lässt. Sie beginnen damit, Ihre Anwendung in Ebenen – den Layern – mit einem Enterprise-Layer zu erstellen. Stellen Sie sich all diese Teile als unternehmensweit wiederverwendbar vor. Das können z. B. Ihre Datenstrukturen oder Benutzeroberflächen sein. Oder die Definition wichtiger Sicherheitselemente in Ihrer Anwendung. Womöglich haben Sie einige wiederverwendbare Komponenten erstellt, die Sie als Komponentenbibliothek für andere bereitstellen möchten – ähnlich wie Sie ein Dokument erstellen oder bestimmte Informationen in einer Ereignis-Warteschlange veröffentlichen. Über Ihrer Unternehmensanwendung könnten Sie dann eine Ebene mit Ihrer Anwendung erstellen. Angenommen, Sie entwickeln eine neue Geschäftsanwendung für das Onboarding von Neukunden. Als Teil dieser Anwendung würden Sie Ihren Workflow oder das definieren, was wir als Ihren Case-Life-Cycle bezeichnen. Dieser umfasst die Steps, die dieser neue Geschäftsprozess durchlaufen muss, um sein Ergebnis – seine Fulfillment-Stage – zu erreichen. Damit habe ich jetzt eine Kernanwendung für jede Art von neuen Geschäftsabschlüssen.

Natürlich sind nicht alle Neugeschäfte gleich, weil ich verschiedene Produkte habe. Würde ich in einer Bank arbeiten, bräuchte ich eine Version meiner neuen Geschäftsanwendung für die Vergabe von Krediten. Aber dafür muss nicht extra eine neue Anwendung programmiert werden. Ich definiere nur die Teile der Anwendung speziell für Kredite, vielleicht welche Unterlagen für die Kreditvergabe notwendig sind oder wer was unterzeichnen muss. Vielleicht möchte ich mein Kreditgeschäft nach Großbritannien expandieren und weiß, dass ich zu Beginn des Prozesses einige Informationen speziell für das Kreditwesen in Großbritannien zusammentragen muss. Wird die Anwendung jetzt ausgeführt, überprüft der Layer Cake alle Ebenen, findet die speziellen Informationen und stellt dynamisch den richtigen Prozess für einen Benutzer zusammen, der gerade das Onboarding für eine neue Kreditvergabe in Großbritannien angeht. Und das geschieht, ohne dass Sie eine Menge „If-then-else“-Logik in Ihren Verarbeitungscode einfügen müssen – und auch ohne unterschiedliche Anwendungen für jede Ebene des Layer Cake.

Diese Architektur ist unglaublich leistungsstark. Der internationale Versicherungskonzern AIG arbeitete früher weltweit mit 52 verschiedenen Systemen für die Meldung von Schadensfällen. Diese 52 Systeme wurden zu einem einzigen namens One Claim konsolidiert, das genau diese Architektur für diesen Zweck nutzt. Wenn Sie eine digitale Transformation oder die Modernisierung Ihrer Altsysteme erwägen, ist der Layer-Cake-Ansatz entscheidend. Denn damit stellen Sie sicher, dass Sie nicht wieder bei isolierten Strukturen landen, sondern eine derart leistungsstarke Architektur aufbauen, die flexibel geschäftlich notwendige Variationen unterstützt und zugleich die Wiederverwendung bietet, damit Sie auf Unternehmensebene von Skaleneffekten profitieren.

Sie sind am Ende dieses Videos angelangt.

Aufbau des Situational Layer Cake

Der Situational Layer Cake organisiert Anwendungen in Ebenen, um die modulare Wiederverwendung zu unterstützen und die Komplexität in den Griff zu bekommen. Jede Ebene erfüllt einen bestimmten Zweck:

  • Enterprise-Layer: Kernfunktionen der Pega-Plattform und unternehmensweit wiederverwendbare Ressourcen. Zum Beispiel ein Authentifizierungsmodul, das in allen Anwendungen des Unternehmens verwendet wird.
  • Division-Layer: wiederverwendbare Komponenten für bestimmten einen Bereich, z. B. ein speziell für die Versicherungsabteilung angepasster Ablauf zur Schadensfall-Bearbeitung, der auch in anderen Anwendungen wiederverwendet werden kann.
  • Application-Layer: anwendungsspezifische Implementierungen, die Assets auf niedrigerer Ebene nutzen, z. B. eine Kundenservice-App, die gemeinsame Authentifizierungs- und Schadenskomponenten verwendet, aber eigene Workflows hinzufügt.
  • Implementation-Layer: Anpassungen für spezielle Bereitstellungsszenarien, ohne die Grundanwendung zu ändern, z. B. Lokalisierung der Kundenservice-App für eine bestimmte Region durch Anpassung der Sprache und regulatorischen Regeln.

Diese Layer-Struktur unterstützt die modulare Wiederverwendung, indem sie Änderungen auf höheren Ebenen ermöglicht, ohne niedrigere Ebenen zu beeinträchtigen. Wenn Sie eine Komponente anpassen müssen, ändern Sie sie in der entsprechenden Ebene. Dadurch bleibt die Integrität der Grundlage erhalten und zugleich ist gewährleistet, dass aktualisierte Kernkomponenten auf alle abhängigen Anwendungen angewendet werden. Die Pega-Plattform verwendet ein präskriptives Low-Code-Design, das standardisierte, interoperable Komponenten bereitstellt, um die Entwicklung zu beschleunigen und Konsistenz zu fördern.

Entwickler erstellen Anwendungen, indem sie vorkonfigurierte Komponenten zusammenstellen, statt Code manuell zu programmieren. Dieser Ansatz verbessert die Wiederverwendung und verkürzt Bereitstellungszeiten. Wiederverwendbare Funktionen sind in Modul-Anwendungen enthalten. Diese Funktionen bilden die Stack-Bausteine, aus denen Sie eine Anwendung erstellen.

Wenn z. B. mehrere Geschäftsprozesse die Organisation von Besprechungen erfordern, können Sie für diese Funktionalität eine Smart Shape – also eine wiederverwendbare intelligente Form – erstellen. Die Smart Shape konfigurieren Sie im App Studio und verwenden sie dann in Anwendungen, um Duplikate zu eliminieren und die Wartung zu vereinfachen.

Das folgende Diagramm zeigt eine Beispiel-Geschäftsarchitektur, die für Besprechungen das Modul Meeting über mehrere Anwendungen hinweg wiederverwendet:

Situational Layer Cake example: Business application with modules.

Prüfen Sie mit der folgenden Interaktion Ihr Wissen:


Dieses Thema ist im folgenden Modul verfügbar:

Wenn Probleme mit den Lerninhalten auftreten, lesen Sie bitte die Pega Academy Support FAQs.

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